Katja Neubert
Instagram: katja__n | Website: katjaneubert.de
Katja Neubert lebt und arbeitet in Halle (Saale).

„AUSGANGSPUNKT MEINER ARBEITEN SIND HÄUFIG BEOBACHTUNGEN VON WACHSTUMSPROZESSEN, SYMBIOTISCHEN BEZIEHUNGEN UND DER FRAGE, WIE FREMDES UND EIGENES INEINANDERGREIFEN UND NEUE FORMEN HERVORBRINGEN.“
WERKE



EINBLICKE
Was passiert bei dir zuerst: Idee, Zeichnung oder Experiment?
Meist beginnt meine Arbeit mit einem experimentellen Umgang mit Material. Im Prozess entstehen Formen, die auf ihre eigene Logik reagieren und sich weiterentwickeln. Zeichnung, Collage und Skulptur verstehe ich dabei nicht als getrennte Bereiche, sondern als unterschiedliche Zustände einer Untersuchung von Körper, Oberfläche und Veränderung. Besonders spannend finde ich das Verhältnis zwischen Kontrolle und Eigenleben des Materials.
Welche Rolle spielt Druckgrafik in deiner bisherigen Praxis?
Meine intensivere Auseinandersetzung mit Druckgrafik begann 2018 mit einer Serie von Kaltnadelarbeiten. Dabei interessierte mich nicht das abgeschlossene Bild, sondern die kontinuierliche Veränderung einer Form. Über einen Zeitraum von einem Jahr bearbeitete ich fünf Druckplatten immer wieder neu. Linien verdichteten sich, Spuren überlagerten sich oder wurden durch farbige Eingriffe zurückgenommen. Jeder Abdruck hielt einen bestimmten Zustand innerhalb dieses Wandlungsprozesses fest. Die Druckplatte wurde für mich dadurch weniger ein Mittel der Vervielfältigung, sondern ein veränderlicher Körper, der Einschreibungen, Überlagerungen und vergangene Zustände in sich trägt. Dieses Denken in Spuren, Schichten und Transformationen begleitet meine Arbeit bis heute – in Zeichnung, Collage und Skulptur.
Was inspiriert dich aktuell in deiner Arbeit?
Mich interessieren momentan besonders Übergänge und Zwischenzustände: Momente, in denen etwas nicht mehr eindeutig zuzuordnen ist. Formen, die zwischen Körper, Objekt und Organismus wechseln, Materialien, die eine andere Beschaffenheit behaupten, oder Oberflächen, die Spuren von Veränderung und Transformation sichtbar machen.
Ausgangspunkt meiner Arbeiten sind häufig Beobachtungen von Wachstumsprozessen, symbiotischen Beziehungen und der Frage, wie Fremdes und Eigenes ineinandergreifen und neue Formen hervorbringen.
VITA
1983 * in Dessau
lebt und arbeitet in Halle (Saale)
Ausbildung
2022 | Zertifikat Kuratorische Praxis, UdK Berlin Career College
2010 – 2019 | Studium der Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Abschluss: Diplom der Bildenden Kunst
2004 – 2010 | Studium der Theaterplastik an der HfBK Dresden, Abschluss: Dipl.-Designerin
